Der Bescheidwisser

Alte Liebe und ein Abenteuer

Posted in Aktuelles by bescheidwisser on 16. Juli 2012

Seit ein paar Tagen gehe ich fremd. Ich, strikter Apple-Monogamist seit den 80er Jahren (Apple II), habe ein Android-Handy angeschafft, als Zweithandy Dritthandy für meine regelmäßigen Aufenthalte im italienischen Sendegebiet. S3 statt 4s. Warum? Aus Abenteuerlust. Wie das halt so ist bei Seitensprüngen.

Hier will ich nun meine bisherigen Eindrücke aufschreiben, ganz indiskret und unsystematisch. Um es vorwegzunehmen: Der Seitensprung hat mir wieder den Wert meiner alten Liebe vor Augen geführt. Android wird für mich eine Affäre bleiben.

Die Haptik des Samsung Galaxy S3 hat technisch gesehen wenig mit Android zu tun, aber aus Nutzersicht gehört sie in diesen Vergleich. Und sie spricht mich an. Die kantige, metallische Ästhetik des iPhone der vierten Generation schmeichelt meinen Augen, aber die Kurven des S3 meinen Händen.

Das Display des S3 erhöht den Vorsprung auf 2:0. Retina ist beeindruckend. Amoled ist fantastisch.

Beim Touchscreen landet das iPhone den Anschlusstreffer. Er setzt den Willen meiner Finger präzise und gutmütig um. Sein Äquivalent bei der Konkurrenz ist übereifrig. Die kleinste Zuckung meiner Finger wird als Befehl gedeutet und irgendwie umgesetzt. Das nervt manchmal sehr.

Die Oberfläche des Android-Betriebssystems weckte alte, ungute Erinnerungen in mir. Verwinkelte Menüstrukturen und eine Optik, bei der ich immer wieder an amerikanische Kettenmotels denken muss. Nerdstyle à la Google und Microsoft. In diesem wichtigen Punkt schimmern die verschiedenen Unternehmenskulturen durch, wie in den unterschiedlichen Brillengeschmäckern von Bill Gates und Steve Jobs. Nur dass mir deren Brillen egal sind. Allerdings haben auch auch die Nerds ihre Trümpfe: Die lebendigen Widgets in Android sind genial.

Bei den Programmen entscheidet sich die Sache. Wie erstaunlich viele, erstaunlich gute Apps es für iOS gibt, sehe ich erst richtig, seit ich das dürftige Angebot für Android kenne. So gibt es bisher keinen schönen, guten, stabilen Twitter-Client für Android, und kein richtig gutes Textprogramm für Vielschreiber wie mich. Warum? Ich habe keine Erklärung, und ich brauche keine. Mein altgeliebtes iPhone liegt ja griffbereit.

Noch ein Nachschlag in Sachen Synchronisation. Ich schätze die Integration des iPhone in meinen Apple-Mikrokosmos: iCloud und so. Aber mit Android und Google verteilten sich meine Termine, Kontakte, Lesezeichen und Tabs noch geschmeidiger über meinen Gerätepark. Daher wandern meine Kalender und Adressbücher jetzt hinüber zu Google.

 

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Eine Antwort

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  1. Andreas said, on 22. September 2012 at 22:33

    Schöner Artikel, Tobias! Leider wird nicht ganz deutlich, dass die Google’sche Synchronisation von Adressbuch und Terminkalendern auch unter iOS 1a funktioniert.


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